Streit um die Halfpipe: Nachbesserung statt Stillstand

Bild der gesperrten Halfpipe auf dem Skaterpark

Der Schwielowsee-rollt e.V. organisiert eine Halfpipe aus dem Burgpark Potsdam, um den Skaterpark an der Feuerwehr für Jugendliche aufzuwerten. Seit September 2025 prüft die Gemeinde das Vorhaben; die formalen Schritte zur Zulassung als Sportgerät waren dabei nachvollziehbarerweise noch offen. Die Kosten für TÜV-Abnahme und weitere vertragliche Verpflichtungen trug der Verein. Nach einer Begehung durch den örtlichen Sicherheitsbeauftragten wurde die Anlage gesperrt – unter anderem, weil die aktuelle Norm 20 cm höhere Geländer verlangt.

Unstrittig: Die Gemeinde trägt Verantwortung für Funktionstüchtigkeit und Sicherheit im öffentlichen Raum.

Wie kann es sein, dass die Halfpipe in Potsdam noch betrieben wurde und eine aktuelle Zulassung durch eine akkreditierte Prüforganisation vorliegt, aber eine relevante Norm seit 16 Jahren nicht erfüllt worden sein solle? Bestand wirklich eine echte Sicherheitsnotwendigkeit, die gesamt Anlage zu sperren?

Nach Lösungen suchen und realitätsnahe Wege finden. Dafür steht Dirk Hünerson.

2 Gedanken zu „Streit um die Halfpipe: Nachbesserung statt Stillstand“

  1. Hallo
    Als jahrzehntelanger Skateboardfahrer muss ich ganz klar sagen: Die Anschaffung dieser Rampe war aus meiner Sicht eine absolute Fehlentscheidung.
    Ich bin genau diese Rampe bereits damals gefahren, als sie neu im BUGA-Park aufgebaut wurde. Schon dort hat sich gezeigt, dass die Konstruktion für einen Großteil der tatsächlichen Nutzer schlicht ungeeignet ist. Der obere Bereich ist viel zu steil, der Flat-Bereich viel zu kurz und das Material viel zu glatt. Für durchschnittliche Skateboard-, Inline- und Rollerfahrer und erst recht für Anfänger ist diese Rampe kaum sinnvoll nutzbar.
    Und das ist keine theoretische Einschätzung vom Schreibtisch. Ich habe selbst erlebt, wie diese Rampe im BUGA-Park von einem Großteil der Sportler gemieden wurde. Umso unverständlicher ist es für mich, dass man sie jetzt erneut aufstellt und offenbar erwartet, damit den Nutzern etwas Gutes zu tun.
    Das Gegenteil ist der Fall: Die ohnehin begrenzte Fläche wird durch dieses riesige Element dermaßen zugestellt, dass die vorhandenen Obstacles kaum noch vernünftig angefahren werden können. Man hat also nicht nur eine fragwürdige Rampe aufgestellt, sondern gleichzeitig die Nutzbarkeit des restlichen Platzes deutlich verschlechtert. Das muss man erst einmal schaffen.
    Besonders ärgerlich ist, dass dieses Problem absolut vermeidbar gewesen wäre. Man hätte sich einfach vorher fachkundig beraten lassen und – noch wichtiger – mit den Menschen sprechen müssen, die solche Anlagen tatsächlich benutzen. In Potsdam gibt es genügend aktive Skateboard-, BMX-, Inline- und Rollerfahrer mit jahrelanger Erfahrung. Ebenso gibt es professionelle Skateparkplaner und Firmen, die genau wissen, wie man eine begrenzte Fläche sinnvoll gestaltet.
    Stattdessen entsteht der Eindruck, dass hier etwas geplant und hingestellt wurde, ohne ausreichend darüber nachzudenken, ob es für die tatsächlichen Nutzer überhaupt funktioniert.
    Besonders absurd ist, dass Potsdam heute genau mit den Folgen früherer Fehlentscheidungen zu kämpfen hat. Viele der kleinen Skateparks im Stadtgebiet werden gerade umgebaut, überarbeitet oder komplett neu gestaltet, weil man inzwischen erkannt hat, dass die damaligen Planungen vielerorts nicht mehr funktionieren oder an den Bedürfnissen der Nutzer vorbeigingen. Umso unverständlicher ist es, wenn man jetzt wieder dieselben Fehler macht, anstatt aus der Vergangenheit zu lernen und die aktiven Sportler von Anfang an vernünftig in die Planung einzubeziehen.
    Skateparks sollten nicht für schöne Fotos, Planungsunterlagen oder irgendeinen Haken auf einer Projektliste gebaut werden. Sie sollten für die Menschen gebaut werden, die dort tatsächlich fahren. Und genau diese Menschen sollte man verdammt noch mal vorher fragen.

    Mit Freundlichen Grüßen
    F.Brauer

  2. Die geäußerte Kritik ist verständlich und sollte nach einer Evaluation des Angebots berücksichtigt werden.
    Allerdings war die Ausgangslage eine andere: Weil die Gemeinde kein Geld für ein Sportgerät hatte, hat eine Initiative die Pipe organisiert – mit dem Ziel, ein niedrigschwelliges Angebot für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Auch hier sind deine Punkte berechtigt, doch zunächst sollte man beobachten, wie das Angebot angenommen wird.
    Der Hauptpunkt des Beitrags war jedoch die Frage, weshalb das Angebot unmittelbar nach der Eröffnung wieder geschlossen wurde und welche Abläufe oder Entscheidungen dahinterstanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert